Schon nach wenigen Jahren ist der Ablauf des Heiligen Abends zur lieb gewonnenen Tradition geworden: die Kinder warten bei Oma und Opa auf das Christkind, während wir Eltern „Skifahren“ oder „Wandern“ gehen und dem Christkind daheim im Flurweg 3a das Feld überlassen. Und wie jedes Jahr treffen wir uns bei der Kindermette in Wölfnitz, um dann gemeinsam nach Hause zu gehen. Dort läutet wie von Geisterhand ein Glöckchen im verschlossenen Wohnraum, während wir uns im engen Vorzimmer noch ausziehen.

Und dann, ja dann, erstrahlen das Haus und die aufgeregten Kinder! Auf Programm und dem Anlass entsprechende Etikette wird Gott sei Dank schon lang verzichtet, denn die eigentlichen Gestalter des Abends sind Lilli und Leo mit ihrer Spontaneität und ihrem Gezicke hin und wieder.

Leo war heuer völlig fasziniert von den Batterie betriebenen Teelichtern, er hatte anfangs nur Augen dafür. Erst dann entdeckte er den Christbaum und seinen Behang, den man so schön „oba(sch)meißen“ kann. Ehrlich, da haben wir zwei Katzen und keine geht an den Baum, nein, der Sohn macht das! Später erspähte Leo die Krippe, deren historische Olivenholzfiguren von Scharf Oma innerhalb kurzer Zeit hochgradig zerstörungsgefährdet waren. Am Christtag wurde die Krippe daher modern-exotisch, dafür aber Antiquitäten-sicher umgemodelt.

Apropos ummodeln: Leo bekam von Uncle B. einen Little Bosch Akkuschrauber/-bohrer. Auch dieser hat sich als der Krippengesundheit nicht zuträglich herausgestellt, denn Lilli hat ihrem kleinen Bruder gezeigt, wie man damit die Krippe „umbauen“ kann.

Ansonsten waren die Packerl eher nur für Lilli interessant (da gings sogar um die genaue Anzahl wer-wieviel, was ein kleines pädagogisches Gespräch nach sich zog). Leo hat gerade mal zwei ausgepackt, dann war schon alles paletti. Cool war ohnehin nur der Krippen“umbau“ und Rollenspiele mit den Figuren. („Mann bringta Gesenke Baby! Gacki kummta ausse Eslpops(ch)!“)

Tja und dann hatten wir noch ein ganz besonderes Geschenk für Oma und Opa…